Ist ein Seitensprung eine Schwäche?

In jedem in uns schlummert die große Lust, eine Neugier, die Sehnsucht nach Unentdecktem. Es sind die Umstände, die uns dazu bewegen, loszulassen und gegen unsere Prinzipchen zu handeln. Der Gedanke, sich auf einen Seitensprung einzulassen ist eigentlich nichts anderes, als ein Hilferuf. Unser Körper signalisiert uns, dass etwas nicht in Ordnung ist, wir befassen uns stark damit, etwas verpasst zu haben, die Frage, ob wir wirklich schon alles entdeckt und erfahren haben, was uns so imponiert, ob das schon wirklich alles ist. Wir fangen an zu graben und suchen nach Antworten. Ist es ein Grund fremdgehen zu wollen, wenn unser Partner, den wir über alles lieben, seit längere Zeit keine Lust auf gemeinsame Liebesspiele hat? Finden wir Ihn deswegen nicht mehr so anziehend? Oder fühlen wir uns verletzt durch seine Ablehnung? Warum versuchen erstmal alleine klar zu kommen, anstatt zu kämpfen, zu reden, um zu zeigen, dass unsere Bedürfnisse, das Verlangen längst nicht erfüllt sind. Unser Gewissen will es zwar nicht zulassen, aber die Emotionen, die wir bei dem Gedanke entwickeln sind so stark, dass nur wenig genügt, um schwach zu werden. Eine lange Distanz kann durchaus dazu führen, dass man ernsthaft darüber nachdenkt, etwas Unartiges zu tun, ein wenig Geborgenheit oder Zuneigung zu suchen, indem man fremdgeht. Wir schieben alles auf unsere Unzufriedenheit, machen dafür die anderen verantwortlich. Es ist heutzutage so einfach, diskret und anonym, Kontakte zu knüpfen, Gleichgesinnte aufzusuchen und einen Trost zu finden. Wenn man schon so weit ist, flirtet mit unbekannten und fühlt sich dabei verdammt gut, kommt es wieder auf die Umstände an, reicht uns nur ein Flirt oder setzen wir alles auf eine Karte. Das Risiko, alles zu verlieren ist groß, oder?

Martina Lux

martinalux@web.de

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